Kreditoren sind Ihre Lieferanten und Dienstleister, deren Rechnungen Sie noch nicht bezahlt haben. Der Begriff steht zugleich für die offenen Verbindlichkeiten selbst – die Beträge, die Ihr Unternehmen anderen Firmen schuldet. In der Bilanz eines Schweizer KMU erscheinen sie im kurzfristigen Fremdkapital unter «Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen». Kreditoren sind das Spiegelbild der Debitoren: Was für Ihren Lieferanten eine Forderung ist, ist für Sie eine Verbindlichkeit. Sie entstehen immer dann, wenn Sie auf Rechnung einkaufen und ein Zahlungsziel nutzen.
Verbuchung im KMU-Kontenrahmen
Beim Erhalt einer Lieferantenrechnung wird der Aufwand (und die Vorsteuer) im Soll gebucht und das Kreditorenkonto im Haben. Bei der Zahlung wird das Kreditorenkonto belastet und die Bank entlastet. So wird der Aufwand periodengerecht im Zeitpunkt des Leistungsbezugs erfasst, unabhängig davon, wann tatsächlich bezahlt wird. Im Kontenrahmen KMU trägt das Kreditorenkonto üblicherweise die Nummer 2000. Die enthaltene Vorsteuer können mehrwertsteuerpflichtige Unternehmen mit der geschuldeten Umsatzsteuer verrechnen.
Skonto und Zahlungsdisziplin
Viele Lieferanten gewähren einen Skonto, wenn früher bezahlt wird – etwa 2 Prozent Abzug bei Zahlung innert zehn Tagen statt der üblichen 30 Tage. Skonto ist faktisch eine hohe Rendite auf eingesetztes Kapital und sollte, wenn die Liquidität es zulässt, konsequent genutzt werden. Gleichzeitig ist ein gepflegtes Kreditorenmanagement wichtig, um Mahnungen, Verzugszinsen und beschädigte Lieferantenbeziehungen zu vermeiden. Ein Zahlungslauf mit Fälligkeitsübersicht hilft, Termine und Liquidität in Einklang zu bringen.
- Rechnung erhalten: Aufwand und Vorsteuer an Kreditor (2000)
- Zahlung leisten: Kreditor an Bank
- Skonto nutzen: 2 % bei Zahlung innert 10 statt 30 Tagen entspricht rund 36 % p.a. Rendite
- Fälligkeiten überwachen: Zahlungslauf nach Fälligkeitsdatum planen
- Vorsteuerabzug: enthaltene MWST mit der Umsatzsteuer verrechnen
Der Kreditorenbestand beeinflusst die Liquiditätsplanung direkt: Wer Zahlungsziele klug nutzt, ohne Skonti zu verschenken oder Fristen zu verpassen, optimiert das Working Capital. Eine strukturierte Belegerfassung sorgt dafür, dass keine Rechnung untergeht und jede Verbindlichkeit korrekt und fristgerecht beglichen wird.
Ein KMU erhält eine Lieferantenrechnung über CHF 20'000 mit der Kondition «2 % Skonto bei Zahlung innert 10 Tagen, netto 30 Tage». Bezahlt es innert zehn Tagen, überweist es nur CHF 19'600 und spart CHF 400. Auf die 20 Tage früher gebundene Liquidität gerechnet entspricht dieser Skonto einer Jahresrendite von rund 36 % – deutlich mehr, als jedes Sparkonto abwirft.
